Adventskalender erbringt 10.000€ für die Tafel

Bereits zum dritten Mal hatten der Lions Club Oberursel und das Forum der Selbständigen “fokus O.“ im November mit ihrer Benefizaktion an die Solidarität der Oberurseler Bürger appelliert. Getreu des ehrenhaften Lions Club Ziels „aktiv für die bürgerliche, kulturelle, soziale und allgemeine Entwicklung der Gesellschaft einzutreten“, hatten sie durch den Verkauf der vom Oberurseler Künstler Peter Rank illustrierten und vom Lions Club und Mitgliedern des Fokus O. gesponserten Gewinn-Adventskalender und Weihnachtskarten, Gelder für die Arbeit der „Tafel Oberursel“ eingesammelt. Und die Oberurseler unterstützten die Aktion erneut gerne und zeigten sich als bereitwillige Käufer. „Manche haben ihr Geld wirklich zusammengekratzt, um für ihre Enkel auch noch Kalender und Karten zu kaufen“, zeigten sich die Lions Club Mitglieder Albrecht Jestädt und Wolf-Rüdiger Schürk tief beeindruckt. Und das Ergebnis ist beachtlich.

Spende in Höhe von 10.000 Euro

Die weihnachtlichen Artikel fanden einen so reißenden Absatz, dass dieser Tage eine Spende über stolze 10.000 Euro überreicht werden konnte. Mit großer Freude nahmen der Leiter des Diakonischen Werkes Hochtaunus Michael Hibler und sein "Logistiker" Manfred Laucke den symbolischen Scheck aus den Händen von „fokus O.“ Geschäftsstellenleiterin Brigitte Zimmermann, dem Lions Club Präsidenten Dr. med. Patrick Derra, Projektleiter Albrecht Jestädt, Wolf-Rüdiger Schürk und Dr. Hans Vierkotten entgegen. Das Geld wird dringend gebraucht, steht bei der Tafel doch die längst überfällige Anschaffung eines neuen Kühlfahrzeuges an, da eines der drei Fahrzeuge derzeit mehr in der Werkstatt als im Einsatz ist. Das neue Fahrzeug soll nun auch endlich über eine Klimaanlage für den Fahrerraum verfügen. "Im Sommer ist es im Wagen hinten kühl und vorne heiß", erinnerte sich Hibler seufzend.

Rund 200 ehrenamtliche Helfer und 30 Fahrer sind Tag für Tag unermüdlich im Dauereinsatz, um Waren aus den kooperierenden Märkten der Umgebung abzuholen und auf die fünf Ausgabestellen in Oberursel, Bad Homburg, Königstein, Neu-Anspach und Friedrichsdorf zu verteilen. "Wir sammeln wie die Bienchen", so Laucke ernst. "Manchmal sind es hier zwei Kisten, manchmal dort drei Kisten - je nachdem, was abgegeben werden kann." Gesammelt wird Fleisch, frisches Obst und Gemüse und alles, was im Lebensmittelhandel keine Verwendung mehr finden darf, aber qualitativ völlig in Ordnung ist. Selten auch mal Waschmittel oder ähnliches. In den Ausgabestellen angekommen, wird die Ware von den vielen freiwilligen Helfern gesichtet, vorsortiert, gewaschen und anschließend auf "die Körbe" verteilt. So nennen sie bei der Tafel die Einkaufskisten, die in Abhängigkeit von der Haushaltsgröße der Kunden vorbereitet werden, so dass dann bei Abholung nur noch die Kühlware hinzugepackt werden braucht.

Im vergangenen Jahr fanden so insgesamt rund 30.000 Körbe ihren Weg zu den für den Bezug angemeldeten Kunden. In Oberursel werden auf diese Weise rund 200 Haushalte alle 14 Tage gegen ein Abgabeentgelt von 2 Euro bedient. "Das reicht natürlich bei weitem nicht aus, um den täglichen Bedarf abzudecken", so Manfred Laucke nachdenklich. Es ist aber ein wertvoller Beitrag um den Menschen zu helfen, die -aus welchen Gründen und aus welcher Not heraus auch immer- nicht am gesellschaftlichen Leben teilhaben können und somit deren elementarsten Grundbedürfnisse ein Stück weit befriedigt werden können. "Das ist nichts Triviales, was wir hier machen", gab er auch am Beispiel der Fahrer zu verstehen. Diese müssen selbstverständlich die Auflagen des Veterinäramtes erfüllen und alle zwei Jahre eine Hygieneschulung machen.

Wir sehen die dankbaren Augen der Leute
- und dafür lohnt es sich

Manfred Laucke

Sie koordinieren die einzelnen Märkte, die allesamt unterschiedliche Abholzeiten haben und beliefern die Ausgabestellen. Als Drehkreuz dient ihnen dabei eine Tankstelle in Oberstedten, an der die Fahrzeuge geparkt werden und die Fahrer Wagenpapiere,
Schlüssel etc. übergeben können. "Ohne deren Unterstützung sowie das ehrenamtliche Engagement der Helfer würde das alles gar nicht funktionieren", so Laucke weiter. "Wir sehen die dankbaren Augen der Leute - und dafür lohnt es sich", sagte er und man spürte förmlich die Leidenschaft für sein Tun - aber auch die lastende Anspannung, dass ein Zahnrädchen im Uhrwerk versagen und riesige Hindernisse mit sich bringen könne. Auf Seiten von „fokus O.“ und der Lions war man sich auch gleich einig, dass die Benefizaktion in diesem Jahr unbedingt ihre Fortsetzung finden muss.

Lions Club Oberursel
Deutschland - District 111 MN

Text und Bild: Frau Heike Simon